Der Mensch ist ein Tragling

Was ist denn ein Tragling?

Nun ein Tragling ist ein Lebewesen das seine erste Zeit von der Natur vorgesehen am Körper der Mutter verbringt. Ähnlich unseren nächsten Verwandten den Affen haben auch unsere Babys anfangs noch den Greifreflex wenn sie zur Welt kommen, wenn auch nicht mehr so stark das sie sich alleine wirklich halten könnten,  uns selber fehlt in unserer Zeit das Fell zum festhalten.

Doch was uns defintiv geblieben ist, ist die absolut notwendige Nähe die ein Baby zur Mutter benötigt um sich gut und sicher  zu entwickeln. Für viele Frauen ist dies anfangs sogar etwas beängstigend und auch belastend. Viele kleine Babys halten ihre Eltern rund um die Uhr auf Trab und es fehlt die Zeit zu allem. Da kann eine gute Tragehilfe den Alltag immens erleichtern und verbessern.

 

Der Umgang mit einem guten Tuch braucht zwar etwas Übung, gelingt aber wie das Radfahren mit jedem Mal besser und geht nachher so in Fleisch und Blut über das nicht einmal mehr nachgedacht werden muss sondern das Kind ganz selbstverständlich auf dem Bauch oder dem Rücken eingebunden wird. Nur Mut, es lohnt sich und ich stehe da auch gerne als Hilfe zur Verfügung.

 

Ins Leben tragen bedeutet für Eltern und Kind viele Vorteile zu nutzen:

  • das Baby ganz nah bei sich zu haben, Sicherheit und Geborgenheit zu schenken und viel Kuschelkontakt zu ermöglichen
  • die Eltern-Kind-Bindung zu stärken
  • Bei stillenden Frauen wirkt sich der intensive Kontakt positiv auf die Milchbildung aus
  • die Kindliche Entwicklung optimal zu fördern, seine Sinne zu stimulieren ohne sie zu überreizen
  • einen nachweislich positiven Effekt auf die Hüftreifung auszunutzen und, nach Absprache mit dem Arzt, bei leichteren Fällen sogar als Behandlungsmethode zu nutzen
  • Kolik-Kinder und Babys mit hohen Bedürfnissen beruhigen sich durch die Enge, und die Bewegung, oftmals besser. Auch der Mütterliche Herzschlag ist da für das Kind ganz nah und beruhigend
  • Der Raumstellsinn wird geschult
  • das Kind erfährt ganz selbstverständlich das es dazu geöhrt wenn die Mutter ihre Arbeit mit Baby im Tuch ausführt
  • für den Träger heisst es ganz praktisch die Hände frei zu haben, auch sehr wichtig bei Geschwistern die versorgt werden müssen.
  • seltener oder gar keinen Kinderwagen durch Schlammpfützen zu schieben oder Treppen rauf und runter zu wuchten.
  • das Baby, wenn gewünscht, bewusst besser von Aussenreizen abschirmen zu können 
  • der optimale Sehabstand für Babys beträgt 20-30cm, dies ist bei den meisten Trageweisen auf dem Bauch möglich. 
  • das Kind nimmt ganz selbstverständlich am Leben und Alltag der Familie teil und lernt durch zusehen.
  • ein Tuch oder eine gute Trage nehmen nicht viel Platz weg ud sind daher oft gerade bei Kindern die bereits gerne laufen und dann aber plötzlich nicht mehr weiter können ein wahrer Segen

 

 

Noch ein Wort zum Schluss, ich weiss das mancher  Hersteller seine Tragen und Tücher auch mit dem Tragen nach vorne also in Blickrichtung propagiert. Derartiges ist von fast allen Trageberaterinnen eine abgelehnte Praxis! Denn dies ist absolut nicht empfehlenswert. Babys haben per Natur einen totalen Rundrücken, die Krümmung der Wirbelsäule wie beim Erwachenen muss sich erst durch Training ausarbeiten und wird dabei von den Muskeln gestützt. Wenn also ein Kind in Blickrichtung getragen wird sitzt es unweigerlich im Hohlkreuz, ein runder Rücken mit Stützung und eine Anhock-Spreiz-Haltung sind nicht mehr möglich. Das kann zu massiven Rückenschäden führen und es wurde leider auch bereits von Quetschungen der Genialien insbesondere bei Jungen berichtet. Das Gewicht lastete dann nicht mehr schön verteilt auf dem gesamten Rücken sondern ausschleisslich auf dem Schambereich und meist kommen dann noch zu schmale Beinstege als zusätzlicher Knackpunkt hinzu. Stellen Sie sich bitte vor sie müssten ein oder 2 Stunden am Stück mit einem dünnen Holzbalken zwischen den Beinen sitzen ohne Halt an Händen, Rücken oder Füßen. Das kann kaum gesund sein.

Auch kann das Kind bei Überreizung nicht ausweichen oder sich abwenden, was gerade bei nervösen Kindern, aber auch allgemein zu großem Stress führt.